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| Von Prof. Dr. Margareta Gruber OSF

„Machtspiel, Liturgie und kirchlicher Transformationsprozess. Eine kritische Sichtung des Gottesdienstes der Kirche“

Vortrag von Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Universität Erfurt, an der PTHV

Die MHG-Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche hat eine neue „Kultur des achtsamen Miteinanders“ vorgeschlagen. Sie solle sich auszeichnen durch Transparenz, wirkliche Partizipation, respektvollen Umgang miteinander, Ernstnahme von Kompetenz im Unterschied zur hierarchischen Position im System, Überwindung des Klerikalismus. Sind das Eigenschaften, die man der Liturgie der Kirche zuschreiben kann?

Zu diesem aktuellen Thema sprach Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt, am Freitag, 16.10.2020 an der PTHV. Der Vortrag fand in Kooperation mit der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) statt, die unter Leitung von Prof. Dr. Margareta Gruber eine Studientagung zum Thema „Missbrauch und Gelübde“ durchführte. Coronabedingt wurden Referent und einige Teilnehmer*innen zugeschaltet.

In seinem Vortrag ging Kranemann von der Vielschichtigkeit und Gefahr ritueller Handlungen aus.„Sie können heiligend, aber auch manipulierend und gewalttätig wirken.“ Diese Realität spiegle sich auch in unseren Liturgien, obwohl deren Glaubensbotschaft vom Kern her machtkritisch sei. Kranemann lud ein, den Blick zu schärfen, scheinbar unantastbare Abläufe kritisch zu hinterfragen und Routinen mutig zu unterbrechen.

So gebe es sogenannte „Machtfallen“ wie z.B. verletzende Exklusionen in Segenshandlungen, Nuancen der liturgischen Sprache oder Botschaften der Raumgestaltung. Kranemann benannte auch kritisch das zentralistische Machtgebaren der römischen Gottesdienstkongregation, die sich zunehmend in ortskirchliche Vorgänge einschalte. Er lud dazu ein, neu zu denken: nicht vom hierarchischen System her, sondern von der Communio, nicht zentralistisch, sondern ortskirchlich, und mahnte eine Teilung der Machtverhältnisse an.

Jede Erneuerung der Liturgie gehe von ihrem Grundauftrag aus: Das Paschamaysterium Jesu Christi so zu feiern, dass die Gläubigen darin die Erfahrung der Wandlung für sich und ihr Leben machen.

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Carola Neydenbock, M. Sc.

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